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Fahrradparkhaus Konstanz: Wenn 691 Fahrräder zum Millionenstreit werden

KI-generierte Karikatur: Fahrradparkhaus am Bahnhof, darüber Münzstapel und ein großes Euro-Preisschild, Menschen diskutieren über die Kosten

8,7 Millionen Euro, ein umstrittenes Bauprojekt und eine Stadt zwischen Fahrradförderung und Finanzsorgen. Am 29. November entscheiden die Konstanzer Bürgerinnen und Bürger über das geplante Fahrradparkhaus am Bahnhof. Doch längst geht es um mehr als einen sicheren Abstellplatz.

In Konstanz bekommt demnächst vielleicht sogar das Fahrrad ein eigenes Parkhaus. Während Autos vielerorts schon lange überdacht stehen, diskutiert die Stadt nun darüber, ob auch Zweiräder diesen Luxus verdienen. Allerdings zu einem Preis, der inzwischen für reichlich Gesprächsstoff sorgt.

691 Räder, 8,7 Millionen Fragen

Geplant ist ein zweigeschossiger Neubau anstelle der Ladenzeile am Bahnhof: 691 Fahrradstellplätze, davon 404 kostenlos. Dazu soll es unter anderem eine Werkstatt, Gastronomie und Toiletten geben. Die Stadt verweist auf bis zu 1.000 abgestellte Räder zwischen LAGO und Marktstätte.

Nur klingt die Rechnung weniger verlockend als die Hochglanzbilder: Rund 8,7 Millionen Euro soll das Projekt insgesamt kosten. Nach Fördermitteln bliebe bei den Stadtwerken ein kreditfinanzierter Eigenanteil von 3,6 Millionen Euro. Für das erste Betriebsjahr veranschlagt die städtische Wirtschaftlichkeitsrechnung zudem rund 374.000 Euro Fehlbetrag. Ein bisschen teuer für die Hoffnung, dass am Ende jeder sein Fahrrad dort abstellt, wo die Stadt es gerne hätte.

Am Ende entscheiden die Bürger

Am 29. November 2026 stimmen die Konstanzer darüber ab, ob Bau und Betrieb über die Stadtwerke veranlasst und finanziert werden sollen. Die Mehrheit muss für eine verbindliche Entscheidung zugleich mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten erreichen. Andernfalls ist wieder der Gemeinderat am Zug.

Bis dahin bleibt eine Frage, die in der hitzigen Debatte leicht untergeht: Wie viel ist der Stadt eine funktionierende Fahrradinfrastruktur wert – und welche Lösung rechtfertigt diesen Preis?

Denn weder das Etikett „Fahrradstadt“ noch der Vorwurf „Prestigeprojekt“ ersetzt eine überzeugende Antwort.


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Unsere bisherige Berichterstattung – direkt als anklickbare Artikelvorschauen:

Quellen zu den aktuellen Projektangaben

Stadt Konstanz – Projektübersicht · Fragen und Antworten · Bürgerentscheid am 29. November

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