Abschied von Matjora (russisch: „Прощание с Матёрой“)  – Abschied von den Grünen

Ein Parteienwechseln oder Austritt gewählter Mandatsträger ist immer mehr als eine persönliche Entscheidung und stellt die Frage was steckt dahinter? Bekannt ist der Abschied von Boris Palmer von den Grünen (2023). Doch er war nicht der Einzige. 2024 wechselt der Mannheimer Grünen MdB Melis Sekmen zur CDU, 2025 verließ die grüne Landtagsabgeordnete mit türkisch – alevitischen Wurzeln, Ayla Cataltepe, die Partei und wechselte ebenfalls zur CDU-Fraktion. Ebenso 2025 verließ der ehemalige grüne MdL Eugen Schlachter die Partei und ging zur FDP.  In diesem Jahr trat der frühere Kreisrat Claus-Dieter Hirt aus den Grünen aus. Das Austrittsschreiben, noch an Ministerpräsident Kretschmann gerichtet, trägt den Titel „Abschied von Majora“ – diese Erzählung des russischen Schriftstellers Valentin Rasputin aus dem Jahr 1976, die später auch verfilmt wurde ist aus dem Spannungsbogen zwischen Fortschritt und Tradition und dem weltweiten Entstehen der Umweltbewegung Ende der Siebziger/Anfang der Achtzigerjahre geboren. Das auf einer Insel gelegene Dorf Matjora soll geräumt werden, weil der Fluss durch ein neues Wasserkraftwerk aufgestaut wird, was zur Überschwemmung des Dorfes führt. Die Bewohner, die ihre Heimat und ihre Traditionen verbunden sind, leiden unter der Zwangsumsiedlung.

Einst standen die Grünen für eine authentische Umweltpolitik im Sinne des genannten fiktiven Romans, dies aber gehöre, so Claus-Dieter Hirt, der Vergangenheit an und sei anderen Prioritäten gewichen. Abschied von Matjora  – Abschied von den Grünen.

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