
Der Gemeinderat der Stadt Konstanz hatte in der Sitzung am 23.10.2025 beschlossen, den bisherigen Seeuferweg in Erwin-Reisacher-Weg umzubenennen. Dagegen regten sich aus der BürgerInnenschaft Widerstände. Auf Anfrage von u-kn teilte die Pressestelle der Stadt Konstanz zum aktuellen Sachstand folgendes mit:
„Es wurden insgesamt 8 Widersprüche gegen die Umbenennungsentscheidung des Seeuferwegs in Erwin-Reisacher-Weg eingelegt. Die Widerspruchsführer wurden daraufhin informiert, dass die Stadt den Widersprüchen jeweils nicht wird abhelfen können und diese kostenpflichtig zurückzuweisen wären. Insgesamt 6 Widersprüche wurden daraufhin zurückgenommen. In zwei Fällen wurden die Widersprüche durch förmlichen Widerspruchsbescheid zurückgewiesen. Hiergegen konnte innerhalb eines Monats Klage erhoben werden. Die Klagefristen sind unlängst abgelaufen, ohne dass bei der Stadt eine Klage eingegangen ist. Die Umbenennung ist somit bestandskräftig und wird in Kürze vollzogen werden“.
Anbei der Link zum u-kn Eingangsartikel zu dem Thema:
Und die Ausführungen der Stadt Konstanz auf ihrer Homepage:
https://www.konstanz.de/service/presse/pressemitteilungen/der+seeuferweg+wird+umbenannt
Es ist nicht nur bedauerlich, sondern mit großer Sorge anzusehen, wie weichgespült der Text der Stadt Konstanz zu Erwin Reisacher ist. Die Textbausteine, die für Erwin Reisacher verwendet werden
„Erwin Reisacher (1924 – 1993) hat Konstanz über Jahrzehnte hinweg als SPD-Stadtrat politisch, gesellschaftlich und kulturell geprägt. Er war Mitglied zahlreicher Ausschüsse und setzte sich besonders für soziale Gerechtigkeit und Kultur. Auch als engagierter Bürger war er über Parteigrenzen hinaus geschätzt. Mit der Umbenennung würdigt die Stadt sein ehrenamtliches Engagement und seine enge Verbundenheit mit Konstanz“
könnten, auch für jeden anderen Gemeinderat, der sich auch nur einigermaßen rechtschaffen für die Bürgerinnen und Bürger einsetzte, verwendet werden. Bei der Namensbenennung nach Erwin Reisacher geht es um etwas ganz anderes: Um einen, der gesellschaftspolitischen Akzente setzte und dazu bereit war, persönliche Nachteile und Schikanen, dafür ein Kauf zu nehmen. Nicht ansatzweise kommt dies im Text der Stadt Konstanz zur Geltung.
Lassen wir Erwin Reischacher noch einmal selbst zu Wort kommen:
„Es war eines meiner großen Anliegen im Gemeinderat, das Bodenseeufer für die Bevölkerung zu erschließen. Es gab dafür wohl zwei sich gegenseitig überlagernde Beweggründe. Zum einen erkannte ich die Notwendigkeit, den durch die Arbeitsverdichtung und gesteigerte Produktivität immer mehr ausgepowerten Menschen mehr Erholungsmöglichkeiten in der freien Natur zu verschaffen. Zum zweiten empörte mich die Tatsache, dass entgegen Gesetz und ständiger Rechtsprechung eine wenige Privilegierte am Seeufer Grundstücke in Anspruch nahmen, während die Masse der Bevölkerung sich in wenigen öffentlichen Badeplätzen drängen musste“
Machen wir uns dies noch einmal bewusst, wenn wir auf dem künftigen Erwin-Reischacher-Weg wie selbstverständlich spazieren gehen.









