Bahnreise mit Hindernissen – Nach mehr als 24 Stunden endlich am Ziel

Geplant war unsere Rückreise mit dem TGV von Marseille nach Konstanz. Als Familie mit drei kleinen Kindern hatten wir die Tickets für die 1. Klasse bereits in Deutschland gebucht und freuten uns auf eine entspannte Heimfahrt.

Doch schon beim Einstieg nahm die Reise eine unerwartete Wendung. Eine äußerst unfreundliche Schaffnerin verweigerte uns den Zutritt zum Zug. Ihre Begründung: Wir hätten zwei Gepäckstücke zu viel dabei und müssten zunächst 100 Euro bezahlen. Auf unsere Nachfrage erklärte sie, im Falle einer Evakuierung müsse sämtliches Gepäck mitgenommen werden. Diese Begründung erschien uns wenig nachvollziehbar, weshalb wir entsprechend irritiert reagierten.

Die Situation eskalierte. Die Schaffnerin beschimpfte uns auf Französisch und verweigerte uns schließlich trotz gültiger Fahrkarten endgültig den Einstieg. So standen wir fassungslos mit unseren drei kleinen Kindern und unserem gesamten Gepäck auf dem Bahnsteig in Marseille und mussten mit ansehen, wie der Zug ohne uns abfuhr. Für unsere Familie war das ein äußerst belastendes und enttäuschendes Erlebnis.

Zum Glück wurden andere Mitarbeitende der französischen Bahn auf unsere Situation aufmerksam und kümmerten sich sofort um uns. Sie organisierten eine Ersatzverbindung, mit der wir Konstanz voraussichtlich nur etwa zwei Stunden später als geplant erreicht hätten.

Doch auch diese Hoffnung zerschlug sich. Kurz vor Dijon blieb unser Zug plötzlich stehen. Ursache war ein Kabelbrand in einem vorausfahrenden Zug. Nach längerer Wartezeit konnte die Fahrt zwar fortgesetzt werden, doch wenig später kam der Zug erneut zum Stillstand – diesmal wegen eines weiteren Kabelbrandes. Während der Wartezeiten wurden die Fahrgäste immerhin zügig mit Wasser und Essen versorgt.

Als wir schließlich mit rund vier Stunden Verspätung in Straßburg ankamen, war an eine Weiterreise nach Konstanz nicht mehr zu denken. Eine passende Anschlussverbindung gab es nicht mehr. Die französische Bahn reagierte jedoch vorbildlich: Für alle betroffenen Reisenden wurden Hotelzimmer organisiert und bezahlt. Zudem wurden sowohl der Transfer zum Hotel als auch die Rückfahrt zum Bahnhof am nächsten Morgen übernommen.

Erst am folgenden Tag konnten wir unsere Reise fortsetzen. Nach insgesamt mehr als 24 Stunden erreichten wir schließlich erschöpft, aber erleichtert unser Zuhause in Konstanz.

Was als gewöhnliche Zugreise begonnen hatte, entwickelte sich zu einer kräftezehrenden Odyssee. Umso dankbarer waren wir für die engagierte Unterstützung der französischen Bahnmitarbeitenden, die sich in dieser außergewöhnlichen Situation mit großem Einsatz um die gestrandeten Reisenden kümmerten.

Liebe Deutsche Bahn: Von diesem Service können Sie sich gerne eine Scheibe abschneiden.

Angesagt


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