von Badischer Turner-Bund e.V.
Das Landesturnfest 2026 ist Geschichte. Baden-Württembergs größte Breitensportveranstaltung brachte 15.000
Mitglieder der Turnfamilie aus 675 Vereinen und zahlreiche weitere Besucher an den Bodensee. Fünf Tage rockten
sie Konstanz und zeigten die Vielfalt des Turnsports in allen Facetten. Wettkämpfe, Shows und Vorführungen,
unzählige Mitmachangebote und Partys ließen mit dem Motto „Konstanz bewegen – Konstanz erleben“ die Stadt
vibrieren. Der Badische Turner-Bund (BTB) und der Schwäbische Turnerbund (STB) zeigen mit dem Landesturnfest
alle zwei Jahre, welche verbindende und Grenzen überwindende Kraft vom Sport ausgeht. Grenzen wurden am
Bodensee buchstäblich überwunden, denn auch das benachbarte Kreuzlingen in der Schweiz war ins Programm
eingebunden. 2028 wird wieder im württembergischen Landesteil gefeiert.
„Es war wie Olympische Spiele – nur anders“, freute sich Elisabeth Seitz, Turnfest-Botschafterin 2026, und betonte
besonders die vielen Begegnungen, vor allem mit dem Nachwuchs. Deutschlands bekannteste und erfolgreichste
Turnerin konnte zum ersten Mal ein Turnfest gänzlich ohne Wettkampf-Stress genießen und hatte ihren 7-
monatigen Sohn Franz dabei: „Gerade junge Menschen machen hier so viel prägende Erfahrungen, die sie mit nach
Hause in ihren Lebens- und Trainingsalltag nehmen. Ich hatte großen Spaß daran, das Event als Botschafterin
miterleben und mitgestalten zu können. Es war ein wunderschönes Turnfest und spannend bis zum letzten Tag.“
Bei der stimmungsvollen Abschlussfeier betonte Oberbürgermeister Uli Burchardt den besonderen Charakter der
Veranstaltung: „Das Landesturnfest 2026 hat gezeigt, was Gemeinschaft ausmacht: Menschen jeden Alters kamen
zusammen, überall war Zusammenhalt und großes ehrenamtliches Engagement spürbar. Ich bin stolz auf Konstanz
und danke allen Beteiligten sowie allen Helferinnen und Helfern, die dieses Fest möglich gemacht haben – ebenso
für die gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“
Das BTB-Präsidenten-Duo, Markus Benkeser und Kerstin Eisele, richtete den Blick auf die Impulse, die solch ein
Großereignis gibt. Benkeser: „Das Turnfest macht sichtbar, was sonst meist selbstverständlich erscheint: Wie viel
Leidenschaft, Organisation und Engagement in unseren Vereinen stecken!“. Eisele fügte hinzu: „Das Landesturnfest
ist nicht nur ein Sportereignis. Es ist ein starkes gesellschaftliches Signal für Gemeinschaft, Vielfalt und
Zusammenhalt.“
Das Landesturnfest richtet sich in erster Linie an Breitensportler. Doch unter den 400 Wettkampfangeboten war
auch absoluter Spitzensport zu finden, wie zum ersten Mal die 1. Bundesliga Gerätturnen der Frauen. Zur
Begeisterung von Werner Zimmer. Der Vizepräsident Olympischer Spitzensport im BTB hatte gleich doppelten
Grund zur Freude: „Die Bundesliga-Premiere bei einem Baden-Württembergischen Landesturnfest hätte aus
badischer Sicht kaum besser laufen können. Mit der TG Mannheim als Sieger und der TG Karlsruhe-Söllingen auf
Platz zwei war das ein großartiger Erfolg für unsere Vereine vor einer tollen Kulisse.“ Beliebtestes Angebot für
Breitensportler war der DTB-Wahlwettkampf mit 3.251 Startern. Und auch die Altersspanne der Turner war
rekordverdächtig. Als ältester Aktiver stand des 96-jährige Werner Petermann aus Bruchsal im Rampenlicht.
Rekorde anderer Art verzeichneten die Gemeinschaftsquartiere, wo engagierte Betreuungsvereine für die
Verpflegung von 8.500 Übernachtungsgästen sorgten. Allein beim Frühstück wurden dort 48.000 Brötchen und
5.800 Liter Milch verbraucht.
Die fünf Tage am Bodensee waren von vielen Highlights geprägt. Trotz mehrerer, teils heftiger Regenschauer –
inklusive einer Turnfestunterbrechung – performten und feierten die Turner unbeirrt. Einige waren extra von
weither angereist, wie die Turnschule Ollerup aus Dänemark, deren 200 Athleten mit ihrer Tanzchoreografie im
strömenden Regen auftraten. Bei der viermal ausverkauften Turnfestgala in der wettergeschützten Halle in
Kreuzlingen glänzten sie dagegen ganz ungestört von äußeren Einflüssen mit einem Salto-Blitzgewitter am
Trampolin. Absoluter Publikumsliebling bei der Turnfestgala waren „Die Oldies“ vom TurnTeam Baden. Dies ist
wörtlich zu nehmen. August „Gust“ Moser (89) vom TV Kollnau-Gutach, Jürgen Fischer (74) vom TV Britzingen und
Klaus Geiger (79) vom SV Istein sind Mitglieder der Senioren-Nationalmannschaft. Gust musste in der
Dreispitzhalle Kreuzlingen den Aufzug nehmen, da seine Knie die Treppe nicht mehr schaffen. Das hinderte ihn
nicht daran, gemeinsam mit seinen beiden Kollegen eine perfekte Barrenübung abzuliefern, die das Publikum zu
Standing Ovation hinriss.
Auch auf den beiden großen Showbühnen im Stadtgarten Konstanz und im Turnfestzentrum Klein Venedig wurden
täglich mehrere Stunden nonstop Aufführungen der vielen Turnvereine im Land gezeigt. Weiteres
Bühnenhighlight: Das LineDance-Event bei dem die Zuschauer mit einbezogen waren. Konstanz war fünf Tage lang
die Turnhauptstadt Deutschlands und präsentierte sich als ein Ort, an dem sich jeder willkommen fühlte – die
Konstanzer waren im Turnfestfieber. Mit der Abschlussfeier am Sonntagmittag im Stadtgarten ging auch ein
Jubiläum zu Ende. Denn 25 Jahre nach 2001 war es schon das zweite Landesturnfest in der Bodenseestadt.
Konstanz und die Turnfamilie – das passt! Und vielleicht müssen die Konstanzer bis zum nächsten Mal keine 25
Jahre warten.











