Pressemitteilung Die Linke vom 10.05.2026

Konstanz, 10. Mai 2026 – Die Linke Konstanz kritisiert den neuen Hebammenhilfevertrag scharf und warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Geburtshilfe im Landkreis Konstanz und darüber hinaus. Nach Ansicht der Partei verschärft die Reform den bereits bestehenden Personalmangel und setzt Hebammen zusätzlich unter finanziellen Druck.
Mit dem neuen Abrechnungssystem verlieren insbesondere freiberufliche Beleghebammen erhebliche Teile ihres Einkommens. Gleichzeitig steigen bürokratische Anforderungen und der wirtschaftliche Druck im Berufsalltag. Die Linke sieht darin ein fatales Signal für einen Berufsstand, der bereits seit Jahren unter schwierigen Bedingungen arbeitet.
„Hebammen brauchen keine zusätzlichen Hürden und keine Kürzungen bei ihrer Vergütung – sie brauchen endlich gute Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Anerkennung“, erklärt John Löser. „Wer die Geburtshilfe sichern will, darf diejenigen nicht bestrafen, die sie tagtäglich am Laufen halten.“
Bereits heute sei die Versorgungslage angespannt. Die Schließung der Geburtshilfe in Radolfzell sowie zeitweise Engpässe im Konstanzer Kreißsaal hätten gezeigt, wie fragil das System inzwischen geworden sei. Durch die Reform drohe nun eine weitere Abwanderung von Hebammen aus dem Berufsfeld.
„Die Politik geht hier von einer Idealvorstellung aus, die mit der Realität in den Kliniken nichts zu tun hat“, so Löser weiter. „Wenn eine Hebamme mehrere Gebärende gleichzeitig betreuen muss, dann liegt das nicht an mangelndem Engagement, sondern an fehlendem Personal. Dafür dürfen die Beschäftigten nicht finanziell bestraft werden.“
Auch für werdende Eltern habe die Entwicklung gravierende Folgen. Längere Wege zur nächsten Geburtsstation, überlastete Kreißsäle und fehlende Betreuungskapazitäten könnten zunehmend zur Normalität werden.
„Geburtshilfe ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge“, betont Löser. „Eine Gesellschaft, die bei Hebammen spart, spart an Sicherheit, Menschlichkeit und Gesundheit. Deshalb muss dieser Vertrag zurückgenommen und gemeinsam mit den Betroffenen grundlegend überarbeitet werden.“
Die Linke Konstanz unterstützt deshalb die Forderungen zahlreicher Hebammenverbände und medizinischer Fachgesellschaften nach einer Überarbeitung des Hebammenhilfevertrags und einer nachhaltigen Stärkung der Geburtshilfe.









