




Wer mit dem Auto von Konstanz kommend nach Dettingen reinfährt, dem fallen rechter Hand drei mit Holz verkleidete Häuser auf. Im Garten des mittleren sind auffallend Metallplastiken und Objekte aufgebaut, die unverkennbar alle die gleiche Handschrift ausstrahlen.
Carsten Kretzschmar – metallverarbeitender Künstler aus Dettingen – absolvierte die Grafik-Designschule in Nürnberg und studierte Kunsstherapie und Kunstpädagogik in Ottersberg. Heute arbeitet er u.a. für‘s Theater und kümmert sich um seine zahllosen Ausstellungen – ob jetzt anlässlich der Kunst- und Museumsnacht in Singen, in Blumberg, in Radolfzell in der Villa Bosch oder im Sudturm Gottmadingen.
Jetzt stehen sieben seiner Arbeiten im Garten des Burghofs Wallhausen und künden inmitten von herbstlichem Laub, Moos und altem Baumbestand von ihrer stoischen Erhabenheit. Jeder Witterung trotzend, drehen sich die rostfarbenen „Figuren“ behäbig im Wind und vermitteln Gelassenheit und Selbstbewusstsein. Jedes Objekt ist in sich einzigartig, ein Unikat aus Nägeln, Blechstreifen, Mustern und Drähten. Geschweißt in aberwitzigen Verrenkungen und Kurven, um im fertigen Zustand eine Harmonie zu verkörpern, die Anmut und eine rigide Schönheit ausstrahlen. Carsten Kretzschmars Arbeiten zeugen von einer Eigenständigkeit, die nicht nur im westlichen Bodenseeraum eine große Beachtung erleben. Er selbst macht sich wenig aus Publicity; seine Objekte, so sagt er, sprechen für sich. Sie sind unmissverständlich eine sehenswerte Verbindung zwischen Himmel und Erde.
Detlev Eilhardt im Burghof
Eine bunte Werksshow seiner Malerei aus den letzten fünf Jahren ist ab November im Saal des Burghofs oberhalb von Wallhausen zu sehen. Eilhardt malt schon immer in Zyklen – mal abstrakt, mal gegenständlich. Comics, Pop-Art, Film-Sujets, Sonnenbrillen oder Tiere mit Streetart-Verfremdungen. Er scheut sich auch nicht, klassische Landschaftsmalereien auszustellen oder humorvolle „Jacos“ in befremdlichen Lebenslagen. Grenzen oder das Einhalten bestimmter Stile waren und sind ihm fremd und doch hat er über die Jahre eine unverkennbare Handschrift entwickelt. Das „schluderhafte“ Vermischen von Stilen – so nennt er seinen Ausdruck in den Bildern; er weiß nie, wann die Inspiration von außen in seine Schaffenskraft einbricht und dort Wirkung zeigt. Die dabei entstandenen Werke sprechen trotzdem eine Sprache. Seit 2023 wohnt er in Allensbach und leitet mit Reinhard Windoffer zusammen die örtliche Kunstgemeinschaft. Ganz nebenbei erschuf er den Alleschbacher, eine kauzige Comicfigur, die eigenartige Mentalitäten der Bodenseebewohner auf Postkarten humorvoll abstrahiert. Ausgestellt sind seine klots, Jacos, Dorfansichten aus der Provence, plakative Streetarttaggs und seine Pop-art-elefants.









