Oberschlesisches Landesmuseum: Geplante Verlegung sorgt für Empörung

von  Ulrike Raich

Seit 1983 bundesweit die einzige Einrichtung zeigt das Oberschlesische Landesmuseums in Ratingen-Hösel in Nordrhein-Westfalen nicht nur die Entwicklung Oberschlesiens vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, sondern vermittelt vor allem die Tragödie von Flucht und Vertreibung – ein wichtiger Erinnerungsort also. Doch der soll nicht länger bestehen.

Der Vorstand der Stiftung Haus Oberschlesien, die das Museum betreibt, soll die Verlagerung nach Essen beschlossen haben – was in der Praxis einer Schließung gleichkommt. Doch überraschend regt sich Widerstand.

Die Bürger-Union Ratingen, eine Mitte-Rechts-Wählergemeinschaft, hat das Thema im Juni 2025 in den Kulturausschuss eingebracht, nachdem die Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Museum infrage gestellt hatte. Bürgermeisterkandidat Patrick Anders* (CDU) wollte von nichts gewusst haben. Doch kurze Zeit später wurde er Lügen gestraft: In einer Pressemitteilung wurden Gespräche von Anders mit der Stiftung Haus Oberschlesien über die künftige Nutzung der Liegenschaft ankündigt. Der Verbleib des Museums wurde nicht einmal angesprochen. Daraufhin ließ die Bürger-Union das Thema auf die Tagesordnung des nächsten Bezirksausschusses am 28. August setzen. 

Kritik gibt es auch am Vorsitzenden der Stiftung Haus Oberschlesien, Sebastian Wladarz. Er soll die Verlegung nach Essen treiben, die Pläne dafür aber bewusst vor der Kommunalwahl im September zurückgehalten haben.

Museumsleiter Daniel Skrabania spricht sich deutlich für den Erhalt des bisherigen Standorts aus. In der Rheinischen Post wies er darauf hin, dass die Besucherzahlen zunehmen. Für 2025 werde mit rund 10.000 Besuchern gerechnet – ein neuer Rekord, den er auch der technischen Modernisierung zuschreibt. Ein Umzug nach Essen wäre für ihn „ein Skandal“.

Die Ankündigung einer möglichen Verlagerung löste nicht nur politischen Widerspruch aus, sondern auch eine Petition, die auch Sie unterstützen können: https://innn.it/oslm-erhalten.


*Patrick Anders (CDU) wurde am 28.09.2025  in der Stichwahl zum neuen Bürgermeister gewählt

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