Frohe Ostern!

von Friedrich Kratzer

Happy Easter background with pastel-colored decor details, cozy home composition.

Landauf, landab wünschen wir uns im deutschen Sprachbereich zum Hochfest der Christenheit: „Frohe Ostern“, ohne uns Gedanken zu machen, was wir eigentlich dabei wünschen. Umstritten ist bis heute, dass es angeblich eine germanische Frühlingsgöttin „Ostera – die Göttin der Morgenröte“ gab, und man sich ihr zur Ehre zum Frühlingserwachen gegenseitig beschenkte – was eher eine Nazi-Erfindung sein dürfte.

Gesichert ist , daß das Wort „Ostern“ altgermanischen Ursprungs ist, und soviel wie Aufgang, oder Aufstehung bedeutet. Streichen wir aus dem Wort Ostern das R, haben wir die Himmelsrichtung Osten, den Sonnen-Aufgang. Ergo, wünschen wir uns mit „Frohe Ostern“ im übertragenen Sinn „Frohe Auferstehung!“ womit wir wieder beim christlichen Fest der resurrectio (=Auferstehung) Christi sind.

Im französischen: Bon Pâque, italienischen: Buona Pasqua, und spanischen: Buena Pascua, also in romanischen Sprachgebieten, wurde der Osterwunsch aus dem jüdischen Pessach übernommen. Beim Pessachfest gedenken die Juden ihrer Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft. Es wird nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Christus wurde damals kurz vor dem Pessachfest gekreuzigt, und ist in der Nacht nach dem Pessachfest auferstanden. Daher wird auch das christliche Osterfest zu diesem Zeitpunkt gefeiert, wie es das erste Konzil von Nicea 325 festgelegt hat.

Die orthodoxen Christen Osteuropas dagegen wünschen sich in ihren Landessprachen ab den Osterfest bis Christi Himmelfahrt: „Christus ist auferstanden!“; worauf der Gegrüßte antwortet: „Er ist wahrhaft auferstanden!“  Slawisch: Христос воскрес – истинно воскрес!  =  Christos voskrjes – vaistinu voskrjes. Griechisch: Χριστὸς ἀνέστη –  Αληθώς ανέστη!  =  Christos anesti – alithos anesti. Und als letztes Beispiel rumänisch: Hristos a înviat – adevărat a înviat! 

Noch eine frohe Osterzeit.


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