Das italienische Konstanz: Die Partnerstadt Lodi fehlt im Konstanzer Stadtbild

von Claus-Dieter Hirt

Im aktuellen städtischen Amtsblatt Nummer 3 vom 08.02.2025 wirbt das Stadtarchiv Konstanz für das Buch „ Konstanz und Italien“ aus der kleinen Schriftenreihe des Stadtarchivs, Bd. 23. Mit 429 Seiten ist der Band der mit Abstand dickste und zeigt allein damit die Fülle, ja das schier endlos erscheinende Thema „Konstanz und Italien“, von der Zeit der Römer bis zur Migration der so genannten „Gastarbeiterfamilien“ und der Städtepartnerschaft mit Lodi in der Lombardei. Über 2000 italienische Staatsangehörige leben heute in Konstanz, pflegen ihre Kultur und Sprache und fühlen sich dennoch als „Konschtanzer“.

In der Gemeindesatzung der Partnerstadt Lodi von Januar 2004 rühmt sich die Provinzhauptstadt des Titels einer Stadt, deren Gründung am 3. August 1158 mit einem kaiserlichen Diplom Friedrichs I.  sanktioniert wurde. Überhaupt erscheint der geschichtliche Bezug zu Barbarossa in Lodi deutlich inniger als in Konstanz. So beauftragte die Stadt Lodi ihren heimischen Künstler Felice Vanelli 2009 mit der Fertigung der abgebildeten Statue von Friedrich I. Barbarossa im Stadtpark von Lodi. Offensichtlich haben die italienischen Verantwortlichen weniger Probleme mit der historisierenden Darstellung von Barbarossa als Konstanz (Link ), denn bis auf die Fähre „Lodi“, weist nichts auf die Städtepartnerschaft mit der norditalienischen Stadt und die glanzvollen Tage des „Konstanzer Frieden“ hin.

Vor diesem Hintergrund hat der Cuore Italiano (die Italien Sektion der Deutsch-Französischen Vereinigung Konstanz DFV www.dfv-konstanz.de ) der Stadt Konstanz vorgeschlagen, einem Platz in Konstanz nach Lodi zu benennen. Damit der Vorschlag nicht auf der gefühlt unendlichen Liste von Namensvorschlägen für neue Straßen beziehungsweise Plätzen abgelegt werden muss, wird konkret vorgeschlagen, den gerade in Neugestaltung befindlichen Kreisel beziehungsweise Platz zwischen der Fußgängerüberführung und dem italienisch benannten „ Lago „ anläßlich des 40-jährigen Bestehens dieser Partnerschaft (2026) in Piazza Lodi zu benennen. Dieser linksrheinische und damit auf die Historie Bezug nehmende Platz, in unmittelbarer Nähe zum See, entspricht den alten Handelsrouten (vergl. Bau des Kaufhauses – heute Konzil durch italienische Händler Ende des 14. Jahrhunderts). Aus heutiger Sicht passt der Platz am Bahnhof auch insofern ideal, weil ab hier das kostengünstigste und klimafreundlichste Transportmittel wiederum direkt in das Zentrum von Lodi verkehrt. Eine entsprechende Hinweistafel mit QR Code könnte angebracht werden. Die Entscheidung obliegt dem Konstanzer Gemeinderat. U-KN wird weiter berichten.


Foto: Alba Cremonesi, Lodi

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