von Gordon Hügel

Man muss es der Stadt Konstanz lassen: Kaum ein anderes Verkehrsprojekt schafft es, gleichzeitig preisgekrönt und praktisch unbrauchbar zu sein. Das berühmte „C-Konzept“ sollte eigentlich den Verkehr beruhigen – gelungen ist davon vor allem eines: die Beruhigung der Erwartungen, denn niemand rechnet ernsthaft noch damit, dass es funktioniert.
Planung? Kommunikation? Irgendwas?
Die Stadtverwaltung zeigt regelmäßig, wie flexibel man sein kann, wenn man nicht so genau weiß, was man tut. Ein Tag: strenge Kontrollen am Bahnhofplatz. Am nächsten Tag: plötzlich doch wieder frei. Danach: niemand weiß etwas, aber alle machen irgendwas.
Man könnte meinen, Konstanz testet ein neues Verkehrskonzept namens „Schauen wir mal, vielleicht klappt’s ja zufällig“.
Kostenexplosion: Verkehrskadetten als Dauerlösung
Weil man nicht so genau weiß, wie man Verkehr steuert, erledigen’s nun Verkehrskadetten. Viele Verkehrskadetten. Teure Verkehrskadetten.
Eine großartige Idee — besonders in einer Stadt mit notorisch leeren Kassen.
Aber immerhin: Sie machen ihren Job. Dass sie ihn überhaupt machen müssen, ist ein anderes Thema.
Ein Lösungsvorschlag, der tatsächlich funktionieren könnte
Man könnte… ich weiß, verrückt… einfach die Innenstadt für auswärtige Fahrzeuge sperren (außer KN), und die Leute direkt ins Parkhaus Europabrücke leiten.
Andere Städte machen so etwas seit Jahren erfolgreich. Dort nennt man das übrigens „Planung“, „Regelung“ oder „funktionierende Verwaltung“. Ein Trend, den Konstanz vielleicht irgendwann entdeckt – wie die Digitalisierung, oder funktionierende Ampelschaltungen.
Beispiele gibt’s genug
Florenz, Bologna, Verona, Pisa – dort kommt man nicht mal in Sichtweite der Altstadt, wenn man nicht berechtigt ist.
In Konstanz hingegen darf man fröhlich im Kreis fahren, bis man die Geduld verliert oder den Tank, je nachdem, was zuerst knapp wird.
Führung gefragt – aber bitte nicht erst nach dem Mittagessen
Und ja, auch die Stadtspitze dürfte sich gern ein bisschen stärker einbringen.
Konstanz bräuchte jetzt dringend sichtbare Führung in der Verkehrspolitik.
Aber wer weiß—vielleicht ist gerade etwas anderes wichtiger. Eine Soße, ein Social-Media-Projekt oder irgendein Parallelthema, das sich besser vermarkten lässt als funktionierende Verkehrssteuerung.




