Städtepartnerschaften der Stadt Konstanz: Ja zur Ukraine- nein zu China ?

von Claus-Dieter Hirt

In seiner öffentlichen Sitzung vom 20.11.2025 hat der Gemeinderat der Stadt Konstanz, auf Antrag der grün-schwarzen Koalitionäre FGL/Grüne und CDU mit klarer Mehrheit (35 Ja/2 Nein/4 Enthaltungen) beschlossen, dass die Verwaltung doch bitte einmal prüfen möge, wie man eine Städtepartnerschaft mit Berdytschiw in der Ukraine einfädelt.

Unser Konstanz hat darüber bereits berichtet – kritisch, wie man es kennt.

Die zugrundeliegende Sitzungsvorlage für den Gemeinderat

ist überraschend knappgehalten und dennoch in verschiedenen Punkten mehr als bemerkenswert:

– zum einen wird das Mantra wiederholt, dass in der Ukraine unserer Freiheit verteidigt wird 

– zum anderen werden in der Vorlage expressis verbis nur noch die vier Partnerstädte Fontainebleau, Richmond, Tabor und Lodi nicht aber mehr das chinesische Suzhou (die Städtepartnerschaft besteht seit 2007) erwähnt. Zur Erinnerung sei hier ein Foto der chinesischen Bushaltestelle an der Konstanzer Konzil Straße abgebildet. An der Berliner Außenpolitik kann es nicht liegen, denn während Konstanz China auf die stille Reservebank schiebt, schütteln sich Finanzminister Klingbeil und Außenminister Wadephul in Peking fröhlich die Hände.

– geflissentlich wird auch darüber hinweggesehen, dass in Berdytschiw weiterhin eine Straße nach dem ukrainischen Nationalisten und Kriegsverbrecher Stephan Bandera benannt ist. Einzig die Vertreter der LINKEN im Konstanzer Gemeinderat hatten bereits 2023 darauf aufmerksam gemacht. Im gleichen Konstanz, das gerade dem früheren Erzbischof Conrad Gröber die Straßenwidmung entzieht (in Freiburg heißt man diese Straße weiterhin ganz ungerührt), hätte man sich zumindest eine kleine Fußnote zu Bandera gewünscht. Doch offenbar haben solche Feinheiten in den Sympathiehierarchien keinen Platz mehr.

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