von Claus-Dieter Hirt
Der zuständige Gemeinderat der Stadt Konstanz hat – wieder einmal – beschlossen, dass das 1937 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Rheinstrandbad – vorerst – nicht geschlossen werden soll. Diese Diskussion wird in unregelmäßigen Abständen vom Konstanzer Kommunalparlament geführt und erinnert eher an den 1993 erschienen Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ oder an Opium für das Volk, denn an eine ernsthafte Debatte wäre ein Jahr vor dem Landesturnfest in Konstanz ohnehin absurd gewesen.
Nein, wir sind auf keinen Fall für die Schließung des Rheinstrandbades. Die finanziell klamme Stadt müsste aber nur einige Häuser am See weiterziehen und würde fündig: dort steht ein Bodenseeforum, in öffentlicher Hand aber ohne zwingenden Auftrag, vielmehr als Freiwilligkeitsleistung der Stadt mit jährlichen Kosten, inklusive Abschreibung von ca. 2 Millionen €. Diese jährliche Summe könnte eingespart werden, wenn das Haus privatisiert und sich die Stadt davon trennen würde. Die jährlichen Kosten des Rheinstrandbades liegen bei jährlich ca. 500.000 €.
Dass überhaupt eine Debatte über eine Schließung geführt wird, ist moralisch schon bedenklich, seitdem nach dem 18. September 2023 ein schwimmunkundiger Junge beim Schulschwimmen ertrank. Eine Stadt am See bedarf Schwimmbäder und eine maximale und großzügige Möglichkeit, schwimmen zu lernen. Dies sollte allen Verantwortlichen eine Pflicht ja – eine Verpflichtung sein!
Was uns heute aber bewegt ist, dass, offensichtlich ohne Information der Öffentlichkeit die bis letztes Jahr an den Begrenzungspfählen im Rhein angebrachten zweisprachigen Warnschilder (deutsch und französisch) offensichtlich heimlich entsorgt und durch moderne deutschsprachige ersetzt wurden. Diese französischsprachigen Schilder im Rheinstrandbad Konstanz waren bis dato sichtbare Spuren aus der französischen Zeit. Die vermutlich 1946 im Freibad, Rheinstrandbad an der Spanierstraße angebrachten zweisprachigen, deutsch- französischen Warnschilder wurden einst für Ortsunkundige angebracht, um sie vor dem hin Hinausschwimmen, über die Barriere und der Strömung des Rheins zu warnen. Im Stadtarchiv Konstanz befindet sich ein Schriftstück vom 19.3.1945, dass aufgrund von Diebstahl die Anbringung von Warnschildern in den Umkleidekabinen des Hallenbades fordert. Diese sollten sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch abgefasst sein. Es ist davon auszugehen, dass auch das abgebildete Schild aus dieser Zeit stammt. Von der Lebensrettung einer kleinen Konstanzerin, vor dem sicheren Tod durch Ertrinken, im Rhein durch einen, seinen mit Maschinengewehr ausgestatteten Beobachtungsposten verlassenden Franzosen berichtet Willi Sutter in einem Artikel ist der Delphin Reihe.
“Französische Spuren in Konstanz. Ein Streifzug durch die Jahrhunderte“
Niemand stellt in Frage, dass die Stadt und die Bäder ihr neues Logo und design verwenden sollen. Dann aber wären Warnschilder auf deutsch und englisch (der Bevölkerungszusammensetzung und den Sprachkenntnissen von heute entsprechend) angebracht gewesen. Nur auf Deutsch aber wirkt provinziell und dann hätte man die historischen Schilder ergänzen nicht aber ersetzen können.
u-kn hat die Geschäftsführung der Bädergesellschaft (BGK) angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Wir werden weiter berichten.
Fotos: Judith Bölle







