Rücknahme gefordert: Warum Dunja Hayali die Georg-Elser-Auszeichnung nicht mehr verdient
von Gordon Hügel

Im März 2025 wurde die Journalistin Dunja Hayali als erste Trägerin der neu geschaffenen Georg-Elser-Auszeichnung für Demokratie und Zivilcourage in Konstanz geehrt. Eine Auszeichnung, die explizit für den mutigen, verantwortungsvollen und respektvollen Einsatz für demokratische Grundwerte und gesellschaftliche Verantwortung steht. Doch nur wenige Monate nach der Preisverleihung stellt sich die Frage, ob Hayali diesen Maßstäben noch gerecht wird – oder ob ihre öffentlichen Äußerungen zum Mord an Charlie Kirk im direkten Widerspruch zu den Idealen dieser Ehrung stehen.
Was ist passiert?
Nach dem Mord am US-Politaktivisten Charlie Kirk äußerte sich Hayali in ihrer journalistischen Funktion über den Vorfall – und zwar in einer Weise, die viele Beobachter und auch zahlreiche Kollegen als kalt, hetzerisch und moralisch fragwürdig empfanden. Sie erklärte* das Kirk „oftmals abscheuliche, rassistische, sexistische und menschenfeindliche Aussagen“ getätigt habe.
Diese Bewertung erfolgte ohne Belege, ohne Quellen, ohne konkrete Einordnung. Statt eines sachlich-journalistischen Umgangs mit einem Mordfall – und der grundlegenden Achtung der Menschenwürde, die in einem demokratischen Diskurs unantastbar bleiben sollte – dominierte eine pauschale moralische Verurteilung des Opfers, das zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die Möglichkeit hatte, sich zu verteidigen.
Widerspruch zu den Werten der Auszeichnung
Die Georg-Elser-Auszeichnung steht für Zivilcourage im Sinne des Widerstands gegen Unterdrückung, Fanatismus, Menschenverachtung und pauschale Feindbilder. Georg Elser selbst war ein Mann, der sich gegen jede Form von menschenverachtender Gewalt stellte – auch wenn er dafür sein Leben riskierte. Wer sich im Geiste Elsers für Demokratie einsetzt, muss gerade in schwierigen Fällen besonnen, gerecht und verantwortungsvoll handeln.
Hayalis Aussagen widersprechen diesen Prinzipien in mehrfacher Hinsicht:
- Fehlende Differenzierung: Die pauschale Zuschreibung abscheulicher Eigenschaften an ein Mordopfer entspricht mehr einer ideologischen Verurteilung als einer faktenbasierten Bewertung.
- Verletzung journalistischer Sorgfaltspflicht: Aussagen dieser Tragweite benötigen klare Belege. Diese blieb Hayali schuldig. Wer journalistische Macht besitzt, trägt Verantwortung für Ton und Wirkung seiner Worte.
- Missachtung der Menschenwürde: Auch wer politisch extreme oder polarisierende Positionen vertritt, verliert nicht das Grundrecht auf Mitgefühl im Angesicht von Gewalt. Dieses Prinzip ist essenziell für jede demokratische Gesellschaft.
Die Auszeichnung beschädigt sich selbst
Solange Dunja Hayali Trägerin der Georg-Elser-Auszeichnung bleibt, sendet das ein falsches Signal: dass es offenbar vereinbar ist, eine Auszeichnung für Zivilcourage und Demokratie zu tragen – und zugleich einem Mordopfer in aller Öffentlichkeit Mitgefühl abzusprechen, gestützt auf unbelegte, ideologisch gefärbte Vorwürfe.
Dies beschädigt die Integrität der Auszeichnung und das Andenken an Georg Elser, der sich gerade durch seinen Mut gegen genau solche moralisch aufgeheizten Verurteilungen und Kälte der Macht ausgezeichnet hat.
Fazit: Preis aberkennen, um Glaubwürdigkeit zu wahren
Wenn Demokratie, Zivilcourage und journalistische Verantwortung mehr als nur leere Begriffe sein sollen, dann muss Konsequenz gezeigt werden – auch gegenüber den eigenen Reihen. Die Georg-Elser-Auszeichnung an Dunja Hayali ist unter den gegebenen Umständen nicht mehr haltbar. Ihre Aussagen stehen im klaren Widerspruch zu dem Geist, den dieser Preis repräsentieren soll.
Wer die Werte Georg Elsers verteidigen will, muss auch den Mut haben, eine Fehlentscheidung zu korrigieren.
*Quelle: „heute journal“ vom 11. September 2025
Meinung zu dem Artikel „ Rücknahme gefordert, Warum Dunja Hayali die Georg-Elser-Auszeichnung nicht mehr verdient..“
von Dorothea Wuttke
Wieso dieses Hüh und Hott, einmal vergeben, dann wieder zurücknehmen. Der Preis steht für Zivilcourage und Einsatz für die Demokratie. Dafür hat Dunja Hayali ihn von der Crescere Stiftung Bodensee bekommen. Dunja Hayali hatte im „heute journal“ am 11.September eindeutig ausgesagt, dass der Tod von Charlie Kirk unter all den Gegebenheiten nicht zu rechtfertigen sei. Die Aussage, dass er sexistische, fremdenfeindliche usw Positionen hatte, sind in Social Media abrufbar.
Aber auch nicht zu rechtfertigen ist, dass sich Frau Hayali und auch andere Journalisten Morddrohungen und Hetze ausgesetzt sehen. Wenn es so weitergeht, befürchte ich, dass wir leider auf dem Weg sind, unseren freien Journalismus zu verspielen.
Worte können heilen, Worte können auch krank machen und sogar töten. Also gehen wir damit sorgsamer um!




