Iran – Was nun?

So lautete der Titel der ersten öffentlichen Veranstaltung des BSW Kreisverband Hochrhein-Bodensee in Konstanz

von René Frey

In der Mitte der Referent Ramon Schack, links Daniel Niedzwetzki, rechts Rene Frey, beide BSW

Gekommen waren knapp 30 Interessierte und dass obwohl uns die lokalen Medien weitestgehend ignorierten und auch das Bündnis Sahra Wagenknecht nach wie vor keine allzu starke Mitgliederbasis hat. Das zeigt sowohl am lokalen BSW als auch am Thema „Iran“ und dem Publizisten und freien Journalisten Ramon Schack gibt es in einer – grünen – Stadt wie Konstanz ein gewisses Interesse.

Herzlichen Dank hier auch an Frieder Schindele von den „Freiräume“ in Konstanz, der diese Veranstaltung hier erst möglich gemacht hat. Leider nicht selbstverständlich heutzutage. Auch in einer Stadt wie Konstanz wo gerne mal einige für „Demokratie“ auf die Straße gehen.

Demokratie, zumindest so wie ich sie verstehe, heißt aber auch Meinungen Raum zu bieten und sie zuzulassen auch wenn sie einem nicht gefallen. Das sollte man als „Demokrat“ schon aushalten können.
Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenken, seine Ansichten „angstfrei“ artikulieren zu dürfen.

Schack referierte eine gute Stunde über die israelisch / iranische Geschichte seit der „islamischen Revolution 1979“. Die Zusammenhänge dieser komplexen Beziehungen in dem spannungsgeladenen Umfeld des Nahen und Mittleren Ostens kamen dabei gut zur Geltung.
Anschließend gab es knapp 60 Minuten eine Diskussions- und Fragerunde von der das fachkundige Publikum rege Gebrauch machte.
Dennoch: Nicht jeder wusste, dass Israel und speziell der Mossad die schiitische libanesische Hisbollah sowie das iranische Regime jahrelang erfolgreich infiltriert hatte.
Schack empfahl auch über die israelische „Likud-Partei“ zu recherchieren, über Ursprünge etc. Nachdenken und breit informieren ist auch heute das Gebot der Stunde. Nicht nur was die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten angeht. Sondern auch ganz allgemein. Verbreitete Narrative muss man auch hierzulande verstärkt in Frage stellen.
Wer weiß denn alles, dass die islamische Republik Iran seit dem „amerikanisch / israelischen Angriffskrieg“ verstärkt Lieferungen aus der Volksrepublik China erhält? Dass diese BRICS-Staaten ihre Beziehungen intensiviert haben. Aus einer schlichten Notwendigkeit heraus.
Schack geht übrigens davon aus, dass es mittel bis – langfristig bei den BRICS-Staaten zu einer Art Beistandspakt analog der NATO kommen wird.
Die Welt ist im Umbruch. Gewissheiten gehen verloren, die technologische Entwicklung schreitet stellenweise rasant voran. Ob das die Art der Kriegsführung betrifft, Stichwort „Drohnenkrieg“ und „Informationskrieg“. Oder auch den jüngsten 12-Tage-Krieg zwischen dem Iran und Israel mit US-Amerika. Dieser wurde vom Iran mit Hilfe von künstlicher Intelligenz z.B. mit gefaketen Bildern geführt.
An diesen und anderen unbequemen Themen bleiben wir dran. Denn das was heute in Kiew, Teheran, Washington, Gaza oder Jerusalem passiert, hat auch direkte unmittelbare Auswirkungen auf uns hier vor Ort.

Angesagt