Tempo 30: Der große Irrweg der Verkehrspolitik

von Gordon Hügel

Tempo 30 – angeblich für mehr Sicherheit, weniger Lärm, bessere Luft. Doch in Wahrheit erleben wir hier nichts anderes als Symbolpolitik auf Kosten der Bürger. Eine Politik, die vorgibt, das Klima zu retten und Menschen zu schützen, aber in Wirklichkeit den Alltag aller Verkehrsteilnehmer ausbremst.

Fragen wir uns ehrlich: Wird unsere Luft wirklich besser, wenn Autos im zweiten Gang mit höherer Drehzahl durch die Stadt tuckern? Wird es wirklich leiser, wenn moderne Fahrzeuge bei 50 km/h kaum hörbar sind? Und sind Straßen wirklich sicherer, wenn wir an jeder Ecke zum Kriechen gezwungen werden, statt nur dort zu bremsen, wo es tatsächlich nötig ist – vor Schulen, Kitas oder Seniorenheimen? Die Antwort ist klar: Nein.

Die Wahrheit ist unbequem: Tempo 30 ist kein Fortschritt, sondern eine Zwangsmaßnahme. Sie verlängert Fahrzeiten, verursacht Staus und schadet genau denen, die auf Mobilität angewiesen sind – Handwerker, Lieferdienste, Pendler, der öffentliche Nahverkehr. Busse im Schneckentempo sind kein attraktives Angebot, sondern ein Armutszeugnis für jede moderne Stadt.

Noch schlimmer: Tempo 30 wird vielerorts nicht diskutiert, sondern einfach beschlossen. Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige. Statt auf Augenhöhe mit den Menschen Lösungen zu suchen, wird von oben diktiert. Das Ergebnis: Frust, Misstrauen und das Gefühl, bevormundet zu werden.

Man muss es deutlich sagen: Hier geht es nicht um Verkehrssicherheit. Es geht um eine ideologische Umerziehung. Ein Stück Freiheit nach dem anderen wird eingeschränkt – verpackt in wohlklingende Begriffe. Heute Tempo 30, morgen Fahrverbote, übermorgen der Zwang zum Lastenrad?

Tempo 30 ist das Paradebeispiel für eine Politik, die nicht auf Vernunft und Fakten setzt, sondern auf Kontrolle und Verbote. Wer diese Entwicklung still hinnimmt, akzeptiert, dass Mobilität in Deutschland Schritt für Schritt zu einem Privileg statt zu einem Recht gemacht wird.

Die Frage ist: Wollen wir uns das gefallen lassen?

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