von Claus-Dieter Hirt

Lasst doch die Fahnen wehen, Herrgott! Was für Probleme muss ein Land haben, dessen Bundeskanzler und dessen Bundestagspräsidentin CSD Fahnen verbannen und sich zu Zirkuszeltvergleichen hinreißen und sogar aus den Büros der vom Volk gewählten demokratischen Abgeordneten (wie der Konstanzer Sozialdemokratin Lina Seitzl https://www.lina-seitzl.de/) entfernen lässt. Intoleranz gegen als links und liberal bezeichnetes Gedankengut.
Auch unterhalb der Kuppel hat sich der Ton verschärft, seitdem Julia Klöckler, das Zepter schwingt: Fast schon inflationär verteilt die ehemalige Pfälzer Weinprinzessin Verweise und Ordnungsrufe, die vorwiegend die AFD-Abgeordneten treffen, die zusehends in ihrem Rederecht als gewählte Parlamentarier beschnitten werden. Intoleranz gegen rechts.
Diese Republik (genauer gesagt die Bundesrepublik Deutschland) hat emotionale und rhetorische brillante Reden eines Herbert Wehner, eines Horst Ehmke (beide SPD) und eines Franz-Josef Strauß (CSU) überstanden. Die Republik hat erlebt, wie Joschka Fischer (GRÜNE) dem Bundestagsvizepräsident Stücklein zurief: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“. Ist die Welt wegen dem stehen geblieben? Ist die Republik zerbrochen? Nein. Offensichtlich war unsere Demokratie vor Jahrzehnten deutlich toleranter und strapazierfähiger, als sie es heute ist. Auf diese Werte sollte sich die Republik auch heute besinnen und – wie einst – in Toleranz aushalten.
PS: Sommerloch heißt im englischen übrigens “silly season“ – betrachtet man das obige, dann finde ich diesen Terminus viel zutreffender.




