von Rolf Stolz

Schon um 1973 bildeten sich in Köln und in Frankfurt am Main die ersten islamistischen Zentren, die sich bald zu einem teils konkurrierenden, teils kooperierenden Netzwerk zusammenschlossen. Es gelang den Islamisten, mit der Unterstützung der türkischen Regierung und der saudischen Feudaldiktatur die Ausländerghettos zu erobern und unter ihre Kontrolle zu bringen. Aleviten, Christen und säkular denkende Muslime wurden an die Wand gedrängt. Als den nach dem Vorbild Hitlers zwischen 1930 und 1933 operierenden Islamisten dies gelungen war, machten sie sich an die nächste Etappe ihres Vordringens Richtung Allmacht. Sie reformierten ihre Methodik noch stärker in Richtung Legalismus und routiniertes Dialogisieren, ohne im mindesten ihre Fernziele sowie ihre offenen und geheimen Verbindungen zu den terroristischen Gruppen und zu islamistischen Diktaturen aufzugeben. Gestützt auf die bei vielen einflussreichen Deutschen grassierende Schuldhysterie und die daraus resultierende generelle blinde Bevorzugung aller Ausländer gelang es den Islamisten und dem von ihnen beeinflussten Anhang, Fuß zu fassen im Staatsapparat und den Medien.
Mit wilder Empörung reagieren die Meinungsmacher auf jeden, der den Islam kritisiert und auf jeden, der vom „großen Austausch“ spricht. Dabei beschreibt dieser Begriff mitnichten, dass von einer fest umrissenen politischen Gruppe insgeheim ein strategischer Plan betrieben wird. Es geht hier ausschließlich um eine historische Tendenz und um das Ergebnis, das diese nach Jahrzehnten haben wird. Wenn durch Zulassung von legaler und illegaler Zuwanderung die ethnische Zusammensetzung in einem Land sich verschiebt und dieser Prozess sich naturwüchsig verstärkt, ohne dass die Neubürger sich in ausreichender Zahl assimilieren, dann wird am Ende aus der geänderten Quantität eine neue Qualität. Aus der ehemaligen Minderheit wird dann eine Mehrheit geworden sein, die einstige Mehrheit wird zwar noch vorhanden sein, aber riskieren, mehr und mehr unter den Schlitten zu kommen und sich in Reservaten wiederzufinden. Die ungestrafte und folgenlose Verhöhnung der Deutschen als „Kartoffeln“, „Rassisten“, „Nazis“ usw. zeigt an, was uns droht. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Neuankömmlinge kulturlose Barbaren sind oder Träger einer fremden Kultur, solange sie nicht die europäische und deutsche Kultur aufnehmen wie einst die Römer die griechische Kultur, führt der Austausch der Menschen zu einem Austausch der Kultur, der eben kein gleichberechtigtes Zusammenwirken bedeutet, sondern Überwältigung und Beseitigung der christlichen und jüdischen Tradition wie der europäischen Aufklärung. Die Hagia Sophia steht noch im einstigen Konstantinopel, aber sie war nach 1453 zuerst eine Moschee, danach unter Atatürk ein Museum und ist wieder dank Sultan Erdogan eine Moschee. Ihre Rückgabe an die Christen steht nicht zu erwarten. In hundert Jahren ist von einem Drittel christlicher Bevölkerung durch den Genozid an Armeniern und Assyrern und durch die Vertreibung der Griechen eine Restgröße von 0,2 Prozent der Christen übriggeblieben. So sieht Austausch aus und inzwischen geht es, wie die Vertreibungen nach 1945 beweisen, schneller und noch brutaler.
Will Europa nicht kulturellen und ethnischen Selbstmord praktizieren, dann führt kein Weg vorbei an einem Moratorium für unerwünschte Zuwanderung, das für ein Jahrzehnt bei striktester Auslegung der Asylgesetze, bei Entscheidung innerhalb von zwei Wochen und ohne Widerspruchsmöglichkeit eine geringe Zahl tatsächlich Asylberechtigter aufnimmt, die bleiben können, solange die Asylgründe Bestand haben. Darüber hinaus sollten Fachkräfte mit zeitlich begrenztem Aufenthaltsrecht für fünf oder zehn Jahre zugelassen werden. Auf der anderen Seite sollte durch Verzicht auf jede Alimentierung von Ausländern eine erste Voraussetzung für eine Rückführung arbeitsloser Ausländer geschaffen werden und bei kriminellem Verhalten eine schleunige Abschiebung mit dauerhaftem Verbot einer Wiedereinreise durchgesetzt werden. Parallel dazu müssen die Grenzen gesichert werden und muss die Zahl der Illegalen bzw. der mit falscher Identität Eingereisten auf Null gebracht werden.
Bei all dem ist von größter Bedeutung, allen neuen Staatsbürgern abzuverlangen, dass sich bisherige Doppelstaatler für oder gegen den deutschen Pass entscheiden und dass sich jeder deutsche Staatsangehörige in Wort und Tat unzweideutig zu Deutschland bekennt. Damit sind weder zusätzliche emotionale Bindungen an die Herkunftskultur der Eltern oder Großeltern noch kritische Distanz zu politischen Entwicklungen ausgeschlossen, aber es geht um das Primat der neuen Heimat bei denen, die keine Ausländer mehr sind und hierzulande mitbestimmen können und wollen. Für die vielen, die nicht zurückwollen in ein einstiges und zunehmend imaginär werdendes Ex-Vaterland, ist es von elementarer und existentieller Bedeutung, dass alte und neue Deutsche gemeinsam für eine tatkräftige Zukunft unseres Landes, der deutschen und der europäischen Kultur eintreten.

Rolf Stolz
Publizist und Schriftsteller, zählt zu den Mitbegründern der GRÜNEN, war Vorstandsmitglied und gehört der Partei bis heute an. DPA-Pressefotos von 1980 zeigen Ihnen neben dem damaligen Bundesvorsitzenden, August Hausleiter (früher AUD) und der früheren Gallionsfigur der GRÜNEN, der Pazifistin, Petra K. Kelly. Die Werte auch dieser beider Verstorbenen vertritt Stolz bis heute, allerdings in einer Minderheitenposition innerhalb der Partei. Rolf Stolz beschreibt sich selbst als „dissidentischen Linken“ und tritt für eine andere Debattenkultur zu den Themenkreisen Migration und Islamismus in Deutschland und Europa ein. Immer eingerahmt von Art. 5 des Grundgesetzes auf den sich auch „Unser Konstanz“ u-kn bezieht.




