von Dorothea Wuttke

Die Ostertage (s.u.) und die Ereignisse in Rom- insbesondere die Botschaft des verstorbenen Papstes inspirieren und bringen mich dazu, über ein friedliches Miteinander und Zusammenleben nachzudenken. Aber bevor ich mich mit dem Thema auseinandersetze, möchte ich die Begrifflichkeit klären.
Integration bezeichnet laut Wikipedia den Prozess, bei dem verschiedene Gruppen, Kulturen oder Systeme miteinander verbunden werden, um ein harmonisches und funktionierendes Ganzes zu schaffen. In einem sozialen Kontext bedeutet Integration oft, dass Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern oder Kulturen in eine Gesellschaft eingegliedert werden, sodass sie gleichberechtigt teilnehmen können. Dies kann Aspekte wie Sprache, Bildung, Arbeitsmarkt und soziale Teilhabe umfassen.
In der Mathematik hingegen bezieht sich Integration auf den Prozess, eine Funktion zu integrieren, um die Fläche unter einer Kurve zu berechnen oder um die ursprüngliche Funktion aus ihrer Ableitung zu rekonstruieren.
In beiden Fällen geht es also um das Zusammenführen und das Schaffen von Verbindungen, sei es zwischen Menschen oder mathematischen Konzepten. Es geht darum, Unterschiede zu respektieren und gleichzeitig gemeinsame Werte und Ziele zu finden, um ein respektvolles und unterstützendes Umfeld zu schaffen.
Ein friedliches Miteinander erfordert oft Offenheit, Verständnis und die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Es ist wichtig, die Perspektiven anderer zu verstehen und Brücken zu bauen, um Vorurteile abzubauen und ein Gefühl der Zugehörigkeit zu fördern.
Um mich dem Thema zu nähern, möchte ich mit einer kleinen Geschichte beginnen, die mich irritiert und sprachlos gemacht hat.
Man stelle sich folgendes Szenario vor:
Es ist ein schöner, sonniger Sonntagnachmittag, die Lust ist groß, einen Spaziergang zu machen. Gedacht, getan! Die Kinder nehmen die Roller mit und die Reise geht los über den Hockgraben zum Bauernhof. Der Vierjährige steht auf Ritterburgen und Piratenschiffe und nimmt natürlich auch sein Schwert mit. Der junge Ritter geht auf eigene Wanderschaft, bleibt aber immer im Blickfeld der Erwachsenen. Alles geht gut, bis ein mittelgroßer Hund auftaucht und auf ihn zu rennt. Der Junge bekommt Angst und versucht sich mit seinem Kinderschwert zu verteidigen. Er läuft zu den Erwachsenen zurück und weint. Die Hundehalter, ein Pärchen mittleren Alters, kommen mit dem jetzt angeleinten Hund vorbei und die Frau meint, sie könne ja die Leine wieder entfernen und den Hund auf das Kind loslassen. Und überhaupt, es sei nicht erzogen und das sei wiederum die Schuld der Mutter! Der Mann ergänzt daraufhin: „Warum hat er in der heutigen Zeit überhaupt ein Schwert dabei“! Simple Antwort: „Na vielleicht, weil er Ritter spielen will“!
Diese Begebenheit hat mich doch sehr nachdenklich gemacht und ich habe mich gefragt, wie gut denn der respektvolle Umgang zwischen Kindern, Erwachsenen, Tierbesitzer usw. bei uns ist?
Also diese Gedanken haben das Tor geöffnet, bei der Integrationsfrage zunächst mal bei uns selbst anzufangen, um dann das Komplexe zu sehen.
Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken! Gerne nehme ich Anregungen entgegen.
Zwischen der Osterzeit und Pfingsten liegen 50 Tage und die so genannten „Ostersonntage“, die in der katholischen evangelischen Kirche unterschiedlich gezählt und bezeichnet werden. Vor uns liegt nun der dritte Sonntag der Osterzeit, der gemäß der katholischen Lehre dem Lob des Schöpfers gewidmet ist, während die evangelische Seite diesen Sonntag dem Kontext der Schöpfung und der Auferstehung widmet. Dazu der Leitartikel U-KN dieser Woche.




