Kritischer Blick auf die Immobilienpreise in Konstanz: Für wen ist noch etwas dabei?

von Gordon Hügel

Die Stadt Konstanz erlebt derzeit eine regelrechte Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt. Während die Stadt für viele Bewohner längst unbezahlbar geworden ist, scheinen sich nur noch wenige den Traum vom Eigenheim oder einer bezahlbaren Mietwohnung leisten zu können.

Ein Beispiel dafür ist die Fürstenbergstraße 41 bis 43, ehemals Fretz. Hier werde „für ganz normale Leute“ gebaut, sagt die Bauherrin. Die Realität sieht anders aus: Die Mieten liegen bei weit über 25 Euro pro Quadratmeter. Für Durchschnittsverdiener bedeutet das, dass eine einfache Wohnung schnell mehrere hundert Euro im Monat kostet – eine Summe, die für viele kaum tragbar ist.

Noch extremer ist die Situation beim Hafner. Hier kostet der Quadratmeter beim Kauf unglaubliche 1.500 Euro. Eine Summe, die nur noch wohlhabende Käufer aufbringen können. Für die meisten Konstanzerinnen und Konstanzer ist der Erwerb einer solchen Immobilie schlicht unerschwinglich.

Was hier passiert, ist ein klarer Trend: Es werden kaum noch Wohnungen für die breite Bevölkerung gebaut. Stattdessen entstehen Luxusimmobilien, die vor allem für wohlhabende Käufer und Investoren interessant sind. Die Mieten für diese Neubauten beginnen bei rund 18 Euro pro Quadratmeter – eine Summe, die für viele Familien und Durchschnittsverdiener kaum noch bezahlbar ist.

Diese Entwicklung führt zu einer sozialen Spaltung: Während die Reichen in ihre teuren Wohnungen ziehen, bleiben viele Konstanzerinnen und Konstanzer auf der Strecke. Die Stadt verliert zunehmend an Vielfalt und sozialem Zusammenhalt.

Es ist höchste Zeit, dass die Stadtpolitik gegensteuert und bezahlbaren Wohnraum für alle schafft. Denn Wohnen ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für ein lebenswertes Miteinander.

Konstanz darf keine Stadt der Reichen bleiben. Wir brauchen eine nachhaltige und sozial gerechte Wohnungsbaupolitik, damit auch „normale Leute“ hier noch eine Chance haben.

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