Prekäre Einstellungspraktiken bei der Post?

von Dorothea Wuttke

Die Post bietet Arbeitsstellen ab November, also um die Weihnachtszeit herum, an. Da werden
Hoffnungen geweckt und man freut sich, endlich wieder in den Arbeitsmarkt eingegliedert
werden zu können.

Die Auswahlgespräche sind fundiert und ausgiebig. Nur die Postkleidung gibt es erst nach einem halben Jahr, weil angeblich viele in dieser Zeit den Job wieder hinschmeißen würden. Okay denkt man sich, macht vielleicht Sinn, denn Berufskleidung ist teuer. Nun versucht man alles zu geben, bringt sich richtig ein und will alles sehr gut machen, um den Arbeitsplatz zu behalten, gar eine Festanstellung oder zunächst nur eine Verlängerung zu bekommen. Doch nun die Hiobsbotschaft: Keiner der im November Eingestellten wird übernommen. Ist plötzlich genug Personal da? Wieso das, es wurde doch vor Weihnachten gesucht? Warum hat man bei der Einstellung nicht darüber informiert, dass es sich nur um einen Dreimonats-Job handelt? Das wäre mehr als fair gewesen. Da hätte man sich entscheiden
können. Oder haben die Einstellungsverantwortlichen Angst gehabt, niemanden für das
stressige Weihnachtsgeschäft zu bekommen? So bleibt so viel Hoffnung, Wertschätzung auf der Strecke. Bei so unehrlichen Einstellungsmethoden erzeugen Arbeitgeber selber den Frust und mangelnde Motivation bei arbeitssuchenden Menschen. Besser wäre eine transparentes und würdevolles Vorgehen gewesen. Da stellt sich doch die Frage, ob man sich an die aufsichtsführende Stelle im Finanzministerium wendet, um zu klären, ob dieses Personalverfahren gut geheißen wird.


Schämt euch Personalverantwortliche bei der Post!

Angesagt